Gemeinsam produktiver

Arbeiten wo man will.
Selbst bestimmen wann und wie lange gearbeitet wird.
Das ist für immer mehr Menschen ein wahrgewordener Traum. Und auch ich kann dies, zumindest in Teilzeit, realisieren.
Dass diese Freiheit vorallem Disziplin verlangt ist inzwischen fast jedem bekannt. Und auch mir ist es schon passiert, dass ich mich im Arbeitseifer bremsen musste um nicht die ganze Nacht durchzuarbeiten.

Meist jedoch habe ich eine andere Herausforderung zu bewältigen: Ich brauche meinen Flow.
Laut dem ungarischen Psychologen Mihaly Csikszentmihályi ist das frei erklärt so viel wie das Erlebnis, wenn man in seiner Tätigkeit das Zeitgefühl verliert. Einfach, weil man völlig darin aufgeht, was man tut.
Und genau dieses Gefühl finde ich so toll, dass ich mir an manchen Tagen einbilde, ich könne ohne dieses Gefühl gar nicht produktiv arbeiten.
Noch 30 Minuten Zeit bis zum nächsten Termin? Was wenn ich dann doch länger brauche zum Formulieren der E-Mails?Dann müsste ich wieder von vorne beginnen!
Als mir bewusst wurde, dass ich im Endeffekt nur der Aufschieberitis (Prokrastination) nachgebe, musste Lösungen her. Ich mag ja meine Arbeiten und umso weniger die Langeweile.

Nachdem ich verschiedene Arbeitszeiten und Selbstmanagementstrategien verfolgte, bemerkte ich vorallem eines: Ich brauche das Leben um mich herum. Vielleicht bin ich schon zu alt um der Angst etwas zu verpassen nachzugeben, aber wenn am Ende das Ergebnis stimmt kann mir das egal sein.

Während andere ihre ruhigen vier Wände brauchen, mag ich das weiße Rauschen im Hintergrund. Menschen im Café. Andere Menschen, die an mir und meinem Arbeitsplatz vorbei laufen.
Und inzwischen weiß ich auch, warum ich das mag: Irgendwie sind diese Menshcen für mich eine Kontrolle von außen.

“Ja, seht her! Ich arbeite wirklich!”

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Und so begebe ich mich nun immer öfter an andere Orte um meiner Arbeit die nötige Kreativität zu verleihen und gleichzeitig kontrolliert zu werden.

Ein besondere Anreiz ist das Coworking für mich geworden. Wenn ich mit Freunden oder Bekannten das Schicksal teile, arbeitet es sich gleich viel produktiver. Man wechselt sich ab für genügend Kaffeepausen zu sorgen, ich esse endlich genügend Obst (“Etwas Gesundes bei der Arbeit muss sein!”) und ab und an gibt man sich Feedback, wie weit man gekommen ist. Auch wenn ich von der Thematik meines Mitstreiters nichts verstehe, ist der Fortschritt doch irgendwie gemeinsam. Und eine kleine Anerkennung tut gut, egal von welcher Seite.

Findet sich kein Mitstreiter, ernenne ich den Kellner im Café dazu. Schon regelmäßiges Erinnern an Kaffee reicht bei mir aus.
Und so arbeitet es sich für mich auch ganz gut in einem Strandcafé oder sogar am Pool. Ich brauch jedoch einen Tisch um keine Rückenschmerzen zu bekommen und rumlungernd arbeiten, das kann ich einfach nicht.

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Es darf einem natürlich nichts aus machen zu arbeiten, während andere einfach nur den Tag genießen. Doch die Problematik stellt sich mir nicht. Die meiste Arbeit, die ich am Tablet erledigen kann, macht mir Spaß, oder ist weniger schlimm, eben weil ich meine Arbeit dort machen kann, wo ich will und wo ich mich wohl fühle.

Was mir jedoch etwas aus macht sind die Bekannten, die anzweifeln, dass ich in so einem Setting wirklich produktiv bin. Hier ein aller letztes Mal und schriftlich:    “Ja, ich arbeite an Orten, an denen ihr ausschließlich Kaffee schlürft und Urlaub macht. Ich kann das. Und viele andere auch. Gewöhnt euch dran!”

Wichtig ist das Endergebnis und dass ich produktiv war. Diesen Abschluss brauche ich für meine Tätigkeiten. Uuund jemanden der über mich lacht, wenn ich leise vor mich hinfluche, weil etwas nicht funktioniert.

Ich sitze hier nicht und muss trotzdem arbeiten. Ich arbeite und darf dabei hier sitzen. Und ich muss dies nicht einmal alleine tun!

Arbeit mit Wohlfühlfaktor, arbeiten im Flow und vorallem nicht alleine arbeiten.
So arbeitet die PiWi.

Wie sieht es bei euch aus? Wie arbeitet ihr am produktivsten? Arbeitet ihr so, wie ihr eure Arbeit gern ausführen möchtet?

So, und nun arbeite ich mal weiter an all den anderen Dingen und genieße meinen Kaffee.

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